Passivhaus-Standard - funktionale Anforderung, keine engstirnigen Fixierungen

In seinem Beitrag "Stadtreparatur im Passivhausstandard" führt Martin Teigeler (Albert Speer und Partner GmbH) seine Erfahrungen mit der Umsetzung von Passivhaus-Standard in einer auf den ersten Blick nicht gerade dafür optimalen Bauaufgabe aus: Den Bau von zeitgemäßen Wohnungen in den flächenbegrenzten Innenstädten.

Bei näherer Betrachtung und sorgfältiger Abwägung der Möglichkeiten stellt sich aber heraus, dass diese Aufgabe gemeistert werden kann: Gerade eine hohe bauliche Dichte erlaubt es, die Vorteile wirklich auszuspielen. Bei den extrem hohen Nutzflächenpreisen verschieben sich in solchen Fällen natürlich die Randbedingungen und es ergeben sich Lösungen mit speziell dafür geeigneten Technologien - auch ansonsten teure Dämmstoffe mit sehr niedriger Wärmeleitfähigkeit lohnen sich in solchen Situationen. Der dadurch ausgelöste Innovationsanreiz ist förderlich: Die zunächst für Sonderanwendungen entwickelten Komponenten können auf mittlere Sicht auch in anders gelagerten Projekten eingesetzt werden - und erschließen Lösungen in weiteren Klimaregionen.

 

Abb_01: Betriebsgelände Bornheimer Straßenbahndepot 2005, Quelle: MartinTeigeler

Erforderlich ist hier die konstruktive Zusammenarbeit von Architekten, Fachplanern und der Entwicklung von Komponentenlösungen - Beispiele zeigen, wie fruchtbar ein solcher Ansatz sein kann, wenn ein aufgeschlossenes Team daran arbeitet.

Die Schlussfolgerung von Martin Teigeler nach der Umsetzung in Frankfurt, präsentiert und diskutiert in AG IX: "Das Projekt Campo am Bornheimer Depot beweist auf eindrucksvolle Weise, dass Stadtreparatur in Form einer verdichteten großstädtischen Bebauung wirtschaftlich vertretbar im Passivhausstandard realisiert werden kann, ohne dass der energetische Standard einen ablesbaren Einfluss auf die Gestaltung haben muss."

Abb_02: Lageplan Neubebauung, Grafik Martin Teigeler

   
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