Energieeffiziente Sanierung -
auch in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege

Abb_01: Luftbild der Hohenzollernhöfe,
Quelle: Andre Zaman
Auf Basis der bauphysikalischen Erkenntnisse haben wir
es schon lange so gesehen - aber jetzt wird es auch in der konkreten
Umsetzung möglich: Energieeffiziente Sanierungen gerade im Bereich
der von der Denkmalpflege beachteten Objekte. Hohe bauphysikalische
Qualität bedeutet bester Schutz für die Erhaltung der schützenswerten
Gebäude. Richtig geplant und ausgeführt gehen hohe Energieeffizienz
und bester Bautenschutz Hand in Hand.
Dazu gibt es auf der Tagung eine eigene Arbeitsgruppe
mit Beiträgen zu bereits in Abstimmung mit der Denkmalpflege
ausgeführten Beispielen: Günther Gantioler, Christian Conrad,
André Zaman und David Wohlgemuth tragen Erfahrungen mit Planung
und Ausführung sowie erste Ergebnisse zur Nutzung vor. Insbesondere
zum Feuchteverhalten sorgfältig ausgeführter Innendämmungen
kann Sören Peper in AG V Messungen über mehrere Jahre vorstellen
- und damit Regeln und Projektierungsmethoden kritisch prüfen.
In aller Regel lassen sich Altbauten im Energieverbrauch
nicht auf Neubau-Passivhaus-Standard reduzieren. Aber es lassen sich
durchaus überwiegend Komponenten aus der Passivhaus-Entwicklung
einsetzten und damit sowohl der Bautenschutz als auch die Nachhaltigkeit
entscheidend verbessern. Gerade dies bestätigen die bereits ausgeführten
Beispiele: Besserer Wärmeschutz hilft, die Feuchtebelastungen
zu kontrollieren; gerade die Bedeutung der Lüftung für gute
Raumluftqualität und für die Feuchtekontrolle ist in denkmalgeschützten
Gebäuden bedeutsam.
Das Passivhaus Institut (PHI) verfolgt bei der Altbausanierung
das Prinzip: Jede Komponente, die einmal angefasst wird, sollte gleich
in Hinblick auf den letztlich für das Gesamtobjekt angestrebten
Zustand ("Future") gebracht werden - weil jede Einzelkomponente
so schnell nicht wieder an die Reihe kommt. Mit einem vorausdenkenden
Gesamtplan kommt so jedes einzelne Gebäude (zumindest Schritt
für Schritt) auf einen erheblich besseren Standard. Diesen besonderen
Umständen des Bauens im Bestand wird auch das neue "Altbau-Zertifikat"
des PHI gerecht.
Abb_02: Gebäude Handwerk 15 in Görlitz
nach der Sanierung, Quelle: Christian Conrad

Abb_03: Originalzustand des Labors
2007, Quelle: Günther Gantioler